Tatort: Der Supermarkt meines bisherigen Vertrauens, Gemüseabteilung
Beweismaterial: Champignons
Zeugen: Die Fachverkäuferin
Ein besonders interessanter Fall wartete heute auf mich, als ich den einfachen Auftrag, den Wocheneinkauf zu erledigen, anging. Auf dem Einkaufszettel standen auch Champignons. An sich ja nicht wirklich was Besonderes, aber das sollte sich direkt ändern.
Ich hab mich also für „Deutsche Champignons“ entschieden. Gute Wahl, denkt man da. Ich unterstütze mein Land.
Von wegen. Ein genauerer Blick auf die Verpackung und schon entpuppte sich Deutschland als falsch. „Polen“ stand da als Herkunftsland.
Ich also merklich verwirrt zur Verkäuferin gegangen und gefragt, wieso die Champignons falsch stünden. Einfache Antwort: „Die stehen richtig.“ Auf meine Frage dann, wieso dann Polen auf den deutschen Champignons steht, kurze Denkpause. „Ja, das ist, weil das ja mehr eine Produktbezeichnung, also ein Name ist mit den Deutschen Champignons“
Die Verwirrung steigt. Ich frage also, ob ich jetzt auch damit rechnen kann, dass alles. Was als deutsch markiert ist, aus irgendeinem anderen Land kommt und bekomme die tolle Antwort: „Natürlich NICHT! Die Champignons stehen schon richtig.“
Die arme wusste sich einfach nicht zu helfen. Also hab ich zu Hause ein bisschen recherchiert und einen interessanten Artikel auf badische-zeitung.de gefunden. Diesem Artikel zu Folge kann man sich niemals sicher sein, dass das Herkunftsland auf der Verpackung von Pilzen auch wirklich das korrekte ist, da die kleinen Schwämmchen einmal quer durch Europa reisen, bevor sie in unseren Regalen stehen.
Besonders in Weißrussland und Litauen treibt mans hier auf die Spitze. Da werden einfach Leute für schlappe fünf Euro am Tag in den Wald geschickt, um Pilze zu suchen. Existenzminimum ist hier nicht mal mehr beschreibend.
Ich glaube, zukünftig lasse ich Pilze lieber im Regal stehen. Da wird’s einem ja ganz anders.
